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23. April 2015 Detlef Stöcker

Bürgerinitiative für Blankenstein gegründet

Blankenstein. Die 180-Grad-Kehre befindet sich direkt auf dem Bahnübergang. Jeder Lastzug, der Hackschnitzel in die ZPR liefert, muss durch das Nadelöhr. Bleibt das ein Dauerzustand oder gibt es doch Alternativen? Können überhaupt mehr Transporte direkt aufs Gleis, vom Rohholz bis zum Zellstoff?

Mit derartigen Fragen soll sich künftig die Bürgerinitiative befassen, die Dienstagabend im Foyer des Rennsteigsaales gegründet worden ist. An die 20 Einwohner waren gekommen, um aktiv mitzuwirken. Auch Vertreter der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal (ZPR) folgten der Einladung.
Eine erste Informationsrunde hatte es bereits im zurückliegenden November gegeben. „Jetzt steht ein wichtiger Termin an, zu dem wir bereits als Bürgerinitiative auftreten möchten“, spielte Harald Däumer auf den 8. Mai an. Da wird Thüringens Verkehrsministerin Birgit Keller (Die Linke) zu Gesprächen in die ZPR kommen. Durch eine Bürgerinitiative könne deutlich gemacht werden, „dass keiner an der Meinung der Bürger vorbei kommt“.
„Mit einer Bürgerinitiative im Rücken agiert es sich leichter“, freute sich Bürgermeister Ralf Kalich (Die Linke) über das Interesse der Einwohner, sich aktiv an Entscheidungsfindungen zu beteiligen. Der Umbau des Bahnübergangs sei die größte Maßnahme in der Verkehrsinfrastruktur, die als nächstes in Blankenstein ansteht. Vermutlich im kommenden Jahr. Er wünsche sich, so Kalich, dass die Bürgerinitiative auch „zusätzlichen Druck zur Wiedereröffnung der Höllentalbahn“ ausübt. Diese Schienenverbindung in Richtung Süden käme auch der ZPR sehr entgegen. „Wir haben inzwischen 80 Prozent der Zellstofftransporte auf der Bahn“, informierte Werkleiter Christian Sörgel. Ein Planungsbüro sei mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt um zu prüfen, welche Investitionskosten und Technologien erforderlich sind, um auch Teile der Rohholzanlieferung auf die Bahn zu verlegen. „Wir möchten mehr Holzvolumen von der Straße auf die Schiene verlagern“, so Sörgel zu den Bemühungen in der ZPR. Im Spätsommer, so war weiter zu erfahren, werde das gegenwärtig im Bau befindliche automatische Hackschnitzellager in Betrieb gehen. Aufgrund der damit verbundenen größeren Aufnahmekapazitäten soll es zum Abbau von Verkehrsspitzen kommen, wenn die Sattelzüge mit den Hackschnitzeln zeitgleich eintreffen. „Wünschenswert wäre es, wenn die Hackschnitzeltransporte sonnabends vielleicht sogar gänzlich entfallen könnten“, gab Kalich angesichts der touristischen Bedeutung von Blankenstein als Überlegung.
Zu den Themen, mit denen sich die Bürgerinitiative befassen wird, zählt aber auch der Rangierbetrieb bei der Bahn, durch den gerade für Anwohner der Absanger Straße die Nacht sehr früh zu Ende ist. Klare Ansage der Gründungsmitglieder jedoch ist es: Blankenstein ist ein Industriestandort und soll es auch bleiben. ZPR und Bürgerinitiative müssen daher gemeinsam und miteinander arbeiten.
Zum Sprecher der Bürgerinitiative wurde Harald Däumer gewählt, seine Stellvertreter sind Rolf Kratschmann und Horst Straubel. Bewusst ist den Mitgliedern, dass sie einen langen Atem benötigen. Es geht nicht um die Forderung nach einer Umgehungsstraße, mit deren Bau ein Ziel erreicht sei. Hier geht es um mehr.Quelle: Peter Hagen / 23.04.15 / OTZ