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7. März 2015 Detlef Stöcker

Drei Wohnungen für Kriegsflüchtlinge in Blankenstein

<text style="padding: 0px; margin: 0px;"><location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location>. "Es ist ein heikles Thema. Ich bin nicht ausländerfeindlich - aber für Öffentlichkeit." Rolf Kratschmann ergriff zuerst das Wort, als Donnerstagabend im Blankensteiner Gemeinderat über den möglichen Zuzug von Kriegsflüchtlingen in leerstehende Wohnungen der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft (AWG) gesprochen worden ist.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Die Gemeinde <location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location> hat Erfahrung mit der Unterbringung von Asylbewerbern. Nicht nur gute. "Es gab damals eine Versammlung wegen der Unterbringung von Asylbewerbern in der ehemaligen Kaserne", erinnerte Kratschmann an die 1990-er Jahre, "dort wurde diskutiert, dabei war alles bereits entschieden." Dass dies nun wieder so ablaufen würde, war die Befürchtung. Schließlich sei schon zu vernehmen gewesen, dass die AWG in Bad <location base="Lobenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Lobenstein</location> fünf Familien und in <location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location> drei Familien aufnehmen werde. "Ausgerechnet wieder <location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location>", wunderte sich Kratschmann, "warum nicht auch mal <location base="Blankenberg" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenberg</location> oder <location base="Harra" style="padding: 0px; margin: 0px;">Harra</location>?"</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Gespräche zwischen der AWG und dem Landratsamt hatte es bereits gegeben, wusste Bürgermeister <person style="padding: 0px; margin: 0px;">Ralf Kalich </person>(Die Linke) zu berichten. Dabei sei sogar in Erwägung gezogen worden, dass der Landkreis einen komplett leerstehenden 12-WE-Block im Neuen Weg als Quartier für Kriegsflüchtlinge anmietet. "Ihr kennt meine politische Einstellung", wandte sich der Linkspolitiker an die Gemeinderatsmitglieder und Gäste, "aber hierzu habe ich mein Veto eingelegt." Einige Gründe zählte er aus seiner persönlichen Erfahrung während der Zeit des Asylbewerberheims in der ehemaligen Kaserne auf. Ihm sei auch wichtig, in jedem Fall die Öffentlichkeit zu diesen Beratungen hinzuzuziehen. Daher hatten bei diesem Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung die Bürger ein ausdrückliches Rederecht, um ihre Fragen direkt an <person base="Sabine Hornfeck" style="padding: 0px; margin: 0px;">Sabine Hornfeck</person> stellen zu können, die als Mitarbeiterin des Landratsamtes Saale-Orla im Fachbereich Jugend/Soziales und Fachdienstleiterin für Schwerbehindertenrecht / Sozialhilfe/Asyl nach <location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location>gekommen war.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">"Wir würden uns zunächst in <location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location> auf drei Wohnungen beschränken wollen", sagte <person base="Sabine Hornfeck" style="padding: 0px; margin: 0px;">Sabine Hornfeck</person>. Sie legte dar, dass der Saale-Orla-Kreis laut einem entsprechenden Verteilerschlüssel 3,9 Prozent der in <location base="Thüringen" style="padding: 0px; margin: 0px;">Thüringen</location> weilenden Kriegsflüchtlinge aufnehmen müsse. Derzeit seien das 270 Menschen. Von diesen seien 49 in einer Gemeinschaftsunterkunft in <location base="Neustadt An Der Orla" style="padding: 0px; margin: 0px;">Neustadt an der Orla</location> untergebracht, die über eine Kapazität für 60 Bewohner verfüge. In knapp 60 Wohnungen seien momentan 221 Flüchtlinge einquartiert. Für dieses Jahr werde mit weiteren 400 Asylbewerbern im Saale-Orla-Kreis gerechnet.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Aus welchen Ländern die für <location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location> vorgesehenen Flüchtlinge kommen, wollte ein Bürger wissen. Das könne derzeit nicht gesagt werden, so die Antwort. Derzeit würden sich im Landkreis Flüchtlinge aus 19"Nationen aufhalten. Darunter 50 aus Serbien, 48 aus Russland, 39 aus Syrien, 30 aus Albanien, 24 aus dem Kosovo, 17 aus ­Afghanistan, 12 aus der Türkei, 8 aus Mazedonien, 5 aus <location base="China" style="padding: 0px; margin: 0px;">China</location>, jeweils 3 aus <location base="Vietnam" style="padding: 0px; margin: 0px;">Vietnam</location>, ­Indien und dem <location base="Libanon" style="padding: 0px; margin: 0px;">Libanon</location>sowie weitere aus <location base="Armenien" style="padding: 0px; margin: 0px;">Armenien</location>, dem <location base="Irak" style="padding: 0px; margin: 0px;">Irak</location>, <location base="Georgien" style="padding: 0px; margin: 0px;">Georgien</location>, <location base="Libyen" style="padding: 0px; margin: 0px;">Libyen</location> und <location base="Pakistan" style="padding: 0px; margin: 0px;">Pakistan</location>. Bei fünf Flüchtlingen sei das Herkunftsland ungeklärt.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Bis Mitte Februar hatte der Landkreis für die Unterbringung von Flüchtlingen 16 Wohnungen in <location base="Pößneck" style="padding: 0px; margin: 0px;">Pößneck</location> angemietet, 14"in Bad <location base="Lobenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Lobenstein</location>, sieben in <location base="Neustadt An Der Orla" style="padding: 0px; margin: 0px;">Neustadt an der Orla</location>, sieben in <location base="Schleiz" style="padding: 0px; margin: 0px;">Schleiz</location>, vier in <location base="Hirschberg" style="padding: 0px; margin: 0px;">Hirschberg</location>, fünf in <location base="Wurzbach" style="padding: 0px; margin: 0px;">Wurzbach</location>, zwei in <location base="Helmsgrün" style="padding: 0px; margin: 0px;">Helmsgrün</location>, drei in <location base="Tanna" style="padding: 0px; margin: 0px;">Tanna</location>, zwei in <location base="Ebersdorf" style="padding: 0px; margin: 0px;">Ebersdorf</location>, eine in Knau und vier in <location base="Triptis" style="padding: 0px; margin: 0px;">Triptis</location>. In <location base="Neustadt" style="padding: 0px; margin: 0px;">Neustadt</location> seien in diesem Monat noch drei Wohnungen hinzugekommen, in Bad <location base="Lobenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Lobenstein</location> stehen ab 1. April drei weitere Wohnungen zur Verfügung. Zu der Frage, wer die Renovierungskosten für die AWG-Wohnungen trägt, wurde ausgeführt, dass dies Verhandlungssache zwischen dem Landkreis und dem Vermieter sei. <person base="Sabine Hornfeck" style="padding: 0px; margin: 0px;">Sabine Hornfeck</person>: "Im Moment ist es so, dass das Land pro geschaffenen Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft 4500 Euro Investitionspauschale gewährt. Für die Plätze, die in Wohnungen geschaffen werden, zahlt das Land nichts." Man hoffe, dass es auf absehbare Zeit auch hierzu eine Kostenpauschale gibt.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Wir haben gute Erfahrung gemacht, wenn man die Hand reicht.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Sabine Hornfeck</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Kritisch angemerkt wurde, dass der Betreuungsschlüssel noch aus Zeiten stammt, als überwiegend Gemeinschaftsunterkünfte genutzt worden sind. Demnach ist für 150 Flüchtlinge nur ein Betreuer vorgesehen. Im Saale-Orla-Kreis allerdings gebe es seit dem 15."Februar bereits drei Sozialbetreuerinnen für die derzeit knapp 300 Flüchtlinge. <person base="Sabine Hornfeck" style="padding: 0px; margin: 0px;">Sabine Hornfeck</person> warb dafür, dass man offen aufeinander zugehen sollte. "Es ist ein fremder Kulturkreis, da wird es auch Probleme geben", meinte sie, aber wir haben gute Erfahrungen gemacht, wenn man sich nicht nur misstrauisch beäugt, sondern die Hand reicht." Als positives Beispiel erwähnte sie die Integration der Asylbewerber im Bad Lobensteiner Tiergarten, wo sich ältere Mitmenschen intensiv um ihre neuen Nachbarn kümmern und Seniorinnen sogar ehrenamtlich Sprachunterricht geben.</text>

 

<text style="padding: 0px; margin: 0px;">Dem Gemeinderat oblag es nicht, einen Beschluss zum Zuzug von Kriegsflüchtlingen nach<location base="Blankenstein" style="padding: 0px; margin: 0px;">Blankenstein</location> zu fassen. Er gab jedoch die Empfehlung, nicht mehr als drei Wohnungen als Quartier zu nutzen.</text>

 

Peter Hagen 07.03.15 OTZ