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31. März 2015 Detlef Stöcker

Informationsaustausch über Tourismus im Oberland: Kurtaxe als Problem ausgemacht

Blankenstein/Bad Lobenstein. Vor allem die Themen Tourismus und Kurbetrieb standen bei einem Arbeitstreffen am Wochenende mit dem Bürgermeister der Stadt Bad Salzungen, Klaus Bohl (Freie Wähler), im Mittelpunkt eines Besuchprogramms. Eingeladen hatte der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister von Blankenstein, Ralf Kalich (Die Linke). Bei dem Treffen mit dabei war der stellvertretende Bürgermeister von Bad Lobenstein, Klaus Möller (Die Linke).

„Wir wollen uns voneinander etwas abgucken“, benannte Ralf Kalich eine Motivation für den Arbeitsbesuch. Ein wesentlicher Punkt sei die Vermarktung als Tourismusgebiet gewesen. „Die Region kann sich nur insgesamt präsentieren“, sagte das Landtagsmitglied. Vom Rennsteig über die Saalestauseen bis zur Ardesia-Therme in Bad Lobenstein – Kreisgrenzen spielten keine Rolle, sagte Kalich. Deshalb war eine der Besuchstationen der Altvaterturm bei Lehesten gewesen. „Preußen und Reußen. Vieles konzentriert sich hier“, sagte Klaus Bohl . „Es war ein wunderschöner Tag in einer schönen Landschaft.“

Der Bürgermeister verwies auf 220 000 Übernachtungen jährlich in der Kurstadt Bad Salzungen. Als eines der Entwicklungshindernisse hat Bohl die Kleinteiligkeit der Verwaltungsstrukturen ausgemacht. „Die alte Landesregierung hat es versäumt, eine Gebietsreform auf den Weg zu bringen. Nur gemeinsam ist man stark und kann sich im umkämpften Tourismusmarkt platzieren und behaupten.“

Als ein großes Problem hat Klaus Bohl die Kurtaxe ausgemacht. Er sprach von einer chronischen Unterfinanzierung der Kurorte, in denen thüringenweit ein Drittel der Übernachtungen erfolgen. Gewerbe- oder Grundsteuern würden durch Kurkliniken nicht entrichtet. „Es ist überprüfenswert, die Kliniken an den allgemeinen Kosten zu beteiligen.“

Um mit einer Erhöhung der Kurtaxe eine bessere Finanzausstattung zu erreichen, müsste das Thüringer Kommunalabgabengesetzt rechtssicher formuliert werden, forderte der Bad Salzunger Bürgermeister. Für die Pflege der Kurparke, die Tourismus-Informationsstellen oder kulturellen Angebote seien erhebliche Mittel nötig. Das mit 27 Prozent Salzgehalt des Wassers stärkste Solebad Thüringens in Bad Salzungen war erst kürzlich für acht Millionen Euro saniert worden.

Klaus Möller sprach von einem jährlichen Zuschuss von 330 000 Euro für die Kurgesellschaft Bad Lobenstein. „Der Kurbeitrag ist auch bei uns ein Thema. Wir sind dabei, eine Kalkulation zu erstellen.“

Klaus Bohl interessierte sich für die energetische Modernisierung in der Ardesia-Therme. Er erzählte, dass es in Bad Salzungen seit seinem Jahr eine Totes-Meer-Salz-Grotte gibt. In Bad Lobenstein seit einigen Monaten. Auch hier sollten Erfahrungen mit dem neuen Angebot untereinander besprochen werden.

„Wir haben uns die Höllentalbahn angesehen“, berichtete Ralf Kalich von einem weiteren Programmpunkt. „Industrie und Tourismus können Berührungspunkte, aber auch Konfliktlinien aufweisen.“ Er kündigte an, dass es am 8. Mai einen Besuch von Infrastrukturministerin Birgit Keller (Die Linke) zum Thema Bahn und Straße in der Region geben wird.

Klaus Bohl verwies auf eine ähnlich geartete Verkehrs-Problematik für Bad Salzungen. „Wir wünschen uns, dass wir einen Anschluss nach Coburg kriegen.“ Angesichts der Alterung der Bevölkerung werde der Zug zu einem immer wichtigeren Verkehrsmittel. Der Bürgermeister kündigte an, dass er zu einem Gegenbesuch in die Kurstadt im Westen Thüringens einladen werde.

Ulf Rathgeber / 31.03.15 / OTZ