19. April 2014 Linksjugend

Soldaten im Klassenzimmer

Der Landesarbeitskreis „Antimilitarismus und Frieden“ der Linksjugend ['solid] Thüringen lädt am kommenden Dienstag, am 22. April 2014 um 17.30 Uhr, zu einem Vortrags- und Diskussionsabend ein.

Gastreferent ist Michael Schulze von Glaßer, der unter anderem ein Buch mit dem Titel „Soldaten im Kinderzimmer – Die Bundeswehr an Schulen“ veröffentlicht hat und somit einen fundierten Überblick über die Einsätze von Jugendoffizieren an Schulen liefern kann.

Die Präsentation als ganz normaler Arbeitgeber, insbesondere an Schulen, ist nicht nur Ausdruck einer schleichenden Einbettung des Militärs in unserer Gesellschaft, sondern auch eine Verschleierung der tatsächlichen Berufstätigkeit eines Soldaten. Die meisten Berufssoldaten würden ihren Job jedoch niemanden weiterempfehlen. Spätestens wenn die Traumatisierungen nach einem Kriegseinsatz einsetzen, wird vielen die eigene Fehlentscheidung bewusst.

Philipp Gliesing, Direktkandidat für die Orlasenke: „Es ist ein Thema, dass auch uns in Thüringen immer mehr beschäftigt: Die zunehmende Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr suggeriert „Zukunftschancen“ und „Karrieremöglichkeiten“. Das klingt gerade in unserer Region, mit einer hohen Rate an Niedriglöhnen und knappen Ausbildungsplätzen, sehr verlockend.“

Wir möchten den Akteuren im Bildungsbereich unserer Region die Möglichkeit für eine sachliche Diskussion bieten. Letztlich geht es auch um die Ethik einer guten Bildung, Erziehung und Forschung für die heranwachsende Generation, die durch die aktuelle Ausrichtung der Bundeswehr in Frage gestellt wird. // Kontakt: 03647 44 79 14 // Veranstaltungsort: Café Dittmann.

 

Im Folgenden finden Sie eine kurze inhaltliche Beschreibung zum Buch „Soldaten im Klassenzimmer“, welches im PapyRossa-Verlag erschienen ist:
 
Die Bundeswehr drängt an die Schulen. Nach dem Ende der Wehrpflicht sorgt sie sich um neue Rekruten und um Zuspruch für zunehmende Militärinterventionen. Durch Kooperationsverträge mit Kultusministerien sichert sie ihren Jugendoffizieren Zugang in die Klassenzimmer.

Schülerzeitungsredakteure erhalten Einladungen in Kasernen – zwecks freundlicher Berichterstattung. Jugendmedien werden mit Werbeanzeigen und Lehrer mit kostenlosem Unterrichtsmaterial versorgt.

Unterdessen artikuliert sich vielerorts Unmut über ungebetenen Besuch, der schon mal zum Hausverbot für die Bundeswehr führt, beschlossen von der Schulkonferenz. Unter Losungen wie »Schulfrei für die Bundeswehr« oder »Es lernt sich besser ohne Helm« formieren sich Netzwerke und Kampagnen.

Der Autor lässt Akteure u.a. aus Schülervertretungen, Elternverbänden und Gewerkschaften zu Wort kommen und greift deren Argumente auf. Damit fasst das Buch nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit und Rekrutierungsbemühungen der Bundeswehr an Schulen zusammen: Es zeigt auch Handlungsmöglichkeiten auf, wie der militärischen Nachwuchswerbung Einhalt geboten werden kann.

Michael Schulze von Glaßer, *1986. Studium der Politikwissenschaften und der Philosophie an der Universität Kassel. Arbeitet als freier Journalist und Fotograf u.a. für junge Welt, neues deutschland, Telepolis, der Freitag. Mitherausgeber der Monatszeitung Graswurzelrevolution.

Quelle: http://www.die-linke-saaleorla.de/aktuelles/fuer_die_region/detail/artikel/soldaten-im-klassenzimmer-1/