
Wahrlich gelungen. OTZ 10.11.2009
„Man kann nicht in der Vergangenheit und von der Vergangenheit leben und die Augen vor der Gegenwart verschließen, darin liegt etwas Unnatürliches.“ Belinski, russischer Philosoph.
Freilich ist es provozierend, wenn gerade 20 Jahre danach die LINKE Flugblätter verteilt mit der Überschrift „Die friedlich verlorene Revolution“ und gegenüberstellt was die Forderungen damals waren und was draus geworden ist.
Warum wurden die edlen Ziele der friedlichen Revolution 1989 nicht realisiert?
Wo bleibt der kritische Blick der damaligen Bürgerrechtler? Die Bürger der DDR wollten doch keinen Kapitalismus oder Sozialismus sondern einen dritten Weg und durch die Aussagen: „Jedem DDR Bürger wird es nicht schlechter, sondern besser gehen als vorher" wurden sie bestärkt.
Wegen fehlender Freiheit und Demokratie, haben damals Millionen die DDR verlassen. Aber nur wenige kehrten zurück, im Gegenteil, immer mehr junge Menschen verlassen täglich Thüringen. Warum wird dagegen nichts unternommen?
Es sei nur erinnert an ein paar Forderungen von damals und es sind leider Neue dazu gekommen. Schwerter zu Pflugscharen! Was machen heute unsere Soldaten in Afghanistan?
Gerechte Entlohnung! Warum müssen viele Beschäftigte, trotz Arbeit noch den Staat um Hilfe bitten? Warum verweigert man weiter den Mindestlohn, den es in 20 Europäischen Ländern schon gibt? Was ist mit Hartz IV, der gesetzlich verordneten Armut?
Warum Rente mit 67? Das ist doch eine verdeckte Rentenkürzung!
Vielen geht es nach der friedlichen Revolution schlechter und haben keine Zukunft. Warum stellt man sich den heutigen Fragen nicht und schweigt sich aus, es lohnt sich doch dafür zu kämpfen, die friedliche Revolution jetzt fortzuführen, unter dem bekannten Motto:
„Wir sind das Volk!"
Heidrun Sedlacik, 07958 Hohenleuben
Von Marius Koity / OTZ
Von einer "friedlich verlorenen Revolution" spricht ein Flugblatt, das die Linke-Landtagsabgeordnete Heidrun Sedlacik am Montagabend vor der Pößnecker Stadtkirche verteilt hat. Das Papier und ein Transparent junger Linken mit der Botschaft "Friedliche Revolution fortführen!" wollten die Gäste der städtischen und kirchlichen Festveranstaltung am 20. Jahrestag des Mauerfalls zum Nachdenken anregen. Das ist wahrlich gelungen. So erinnerte man sich beispielsweise, dass die Meinungsfreiheit in der DDR noch zu ihrem 40. Geburtstag im Oktober 1989 niedergeknüppelt wurde, und zwar im Auftrag der SED, in deren Tradition die meinungsfreudige Linke steht. Die Linkspartei bedient sich eines Gutes, das nicht ihre alten Genossen erkämpft haben, sondern friedliche Revolutionäre, die mancher Kader noch mitten in der Wende gern an die Wand gestellt hätte. Daran sollte die Linke auch mal denken, wenn sie ihre Meinung äußert, ohne Angst haben zu müssen.