29. März 2012

Aus dem Landtag

Landesregierung lässt Theater Eisenach ausbluten!  
 *Diese Spielchen innerhalb der Landesregierung werden auf dem Rücken der 
Kulturschaffenden ausgetragen. Die Hängepartie für das Eisenacher Theater
 ist unerträglich und ein echtes Drama! Um die Rettung des Theaterstandorts
 geht es dabei doch schon lange nicht mehr*, moniert die Eisenacher LINKE-
Landtagsabgeordnete Katja Wolf in Bezug auf die Diskussion zwischen Kultusminister
 Matschie und Finanzminister Voß hinsichtlich der Finanznot des Theaters.
 Die Linksfraktion plant, Sondersitzungen für den Haushalts- und Finanzausschuss 
sowie den Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur zu beantragen, um Lösungen
 für die Situation der Theater in Thüringen zu finden.   In einer Pressemeldung hatte
 Kultusminister Matschie verlautbaren lassen, er habe um die Bereitstellung der 
erforderlichen zwei Millionen Euro zur Rettung des Theaters gebeten, doch diese 
seien von den CDU-Kabinettsmitgliedern abgelehnt worden. Die Probleme in Eisenach 
sind allerdings nicht so neu, wie es die Aktualität in der Presse vermuten ließe. 
So hat die Stadt nach wie vor keinen Haushalt aufstellen können. Hilfe vom Land gab 
es laut Wolf keine. *Dass Eisenach finanziell handlungsunfähig ist und die Stadt 
dadurch auch ihren Eigenanteil am Theater nicht zahlen kann, ist Schuld der 
Landesregierung. Strukturelle Fehlentscheidungen und die Weigerung, die 
Kreisfreiheit in Frage zu stellen, haben zu diesem Dilemma geführt. Uns jetzt auf 
ganzer Breite verhungern zu lassen, ist eine bodenlose Frechheit! Ich fordere das 
Land auf, endlich zu seiner Verantwortung zu stehen und den hohen Stellenwert von 
Kultur mit reellen Zahlen zu untersetzen*, fordert Frau Wolf.   
Auf den sich abzeichnenden Trend des Kultursterbens in Thüringen verlange die 
LINKE im Landtag seit Wochen ein Gegensteuern. Nicht nur das Eisenacher Theater 
stehe vor dem Aus. *Anstatt vorher die Kulturfinanzierung auf ein festes Fundament 
zu stellen, wird erst kurz vor zwölf halbherzig versucht, noch etwas zu retten*, 
moniert die Abgeordnete. Seit Jahren schlägt die LINKE eine Neufassung der 
Kulturfinanzierung in Thüringen vor. Die Koalition wollte bis dato davon nie 
etwas wissen. *Die Situation in Eisenach wie auch momentan in Altenburg-Gera 
zeigt einmal mehr, dass sich grundlegend etwas ändern muss! Die Landesregierung 
muss endlich aufhören, den Kulturkannibalismus noch zu befördern, wenn sie schon 
nicht imstande ist, diesen zu verhindern!*, so Wolf.