Integrationsarbeit

Integration ist keine Einbahnstraße und kann sich dann besonders gut entwickeln, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Die neuen Nachbarn, Mitschülerinnen oder Vereinsmitglieder sind auf Offenheit angewiesen, um unsere gesellschaftlichen Werte und Normen zu verstehen. Das liegt in der Natur der Sache. Oder würden Sie sich in Damaskus oder Kabul sofort zurechtfinden?

Die Motivation eines eingewanderten Menschen ergibt sich vor allem aus der Möglichkeit sich einzubringen, zu beteiligen und persönliche Zukunftspläne entwickeln zu können. Die Unterstützungssysteme im Bereich des Arbeitsmarktes und der Berufsausbildung sind in Deutschland relativ gut aufgestellt, da die Berufswelt und Wirtschaft einen spezifischen Bedarf entwickelt hat. Doch auch hier muss eine Öffnung im öffentlichen Dienst erfolgen. Beispielsweise können junge Migranten im Bereich der Polizei und des Katastrophenschutzes einen Platz finden, und so entweder zu wichtigen Beitragszahlern in diesem Staat werden oder ihr Wissen in den befriedeten Herkunftsländern einbringen.

Die Integrationsarbeit lebt aber auch davon, dass die neuen Nachbarn ins Vereinsleben und das allgemeine Stadtleben aufgenommen werden. Natürlich werden die Menschen sich selbst auf den Weg machen, doch die Vereine, Verbände, Institutionen und die Stadtverwaltung sollten Mindeststandards der interkulturellen Öffnung entwickeln. Übersetzungen von wichtigen Infos und konkrete Projektangebote gehören zu einer weltoffenen Heimat dazu.