Willkommenskultur statt Verdrängungsprivileg

In Deutschland wurde die Einwanderungsdebatte jahrelang vertagt, so dass die gesellschaftlichen Systeme in Fragen der interkulturellen Öffnung unterentwickelt sind. Natürlich hat auch dieses Land vielfältige Erfahrungen mit Migartionsbewegungen gemacht. Doch anstatt das rechtliche Erbe von Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert zu bewahren, wurde das Asylrecht seit der Wiedervereinigung beschnitten und durch das europäische „DublinII-Verfahren“ ausgehebelt.

Es ist offensichtlich, dass die europäischen Kernländer seit Jahrzehnten von der kapitalistischen Landnahme in der Welt und der expansiven Kriegswirtschaft profitieren. Handelspartnerschaften scheinen wichtiger zu sein als Menschenrechte oder Freiheitsrechte. Die Steuerzahler ignorieren bzw. tolerieren diese Zusammenhänge und es mag Menschen geben, die das als „gottgewolltes Privileg“ ansehen. Nach dem Motto 'Was geht mich das an?', wenden sie sich vom Leid der Anderen ab und meinen es sei ja alles selbstverschuldet. Das ist ein großer Fehler und ein klares Anzeichen von politischer Unmündigkeit.