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OTZ

Mahngang in Pößnecker Innenstadt

Erinnerung an hiesige jüdische Familien

Pößneck. Ein Mahngang führte fast 20 Teilnehmer am 9. November zu den Häusern in der Pößnecker Innenstadt, wo bis 1938 jüdische Familien lebten und verschiedene Gewerbe betrieben. An jedem der Häuser wurde eine weiße Rose niedergelegt. "Wir können sehen, wie nah das war in einer Stadt wie Pößneck", erklärte Pfarrer Reichmann zu Beginn der Veranstaltung, die an die judenfeindlichen Terrorakte des Nationalsozialismus im Jahr 1938 und an den Massenpogrom am 9. November erinnerte.

So betrieb Alexander Benjamin direkt am Marktplatz eine chemische Färberei bis er im Mai 1942 in ein deutsches Vernichtungslager deportiert wurde, informierte Philipp Gliesing die Teilnehmer. Als Schüler des Gymnasiums in Pößneck beschäftigte sich Philipp Gliesing sehr tiefgründig mit dem Schicksal jüdischer Familien in Pößneck. Er schrieb 2002 seine Seminarfacharbeit zum Thema "Die Reichspogromnacht in Deutschland am Beispiel des Gaues Thüringen und die Folgen für die Juden in Pößneck".

Im Falle des Händlers David Binder, der das Bindersche Kaufhaus in der Breiten Straße sehr erfolgreich betrieb, konnten die Teilnehmer sogar per Tonaufnahme die Zeitzeugin Helene Kruppe hören, die 1938 in Binders Kaufhaus ihre Lehrzeit absolvierte.


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