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Wald im Rodacher Grund soll Zukunft haben

Umweltministerium will kommunalen Waldumbau – Thüringer Forstamt schlägt Übernahme der Flächen vor – Ziel: Rettung des Waldobjektes vor Dürre und Borkenkäferbefall

Umweltministerium will kommunalen Waldumbau – Thüringer Forstamt schlägt Übernahme der Flächen vor – Ziel: Rettung des Waldobjektes vor Dürre und Borkenkäferbefall

Wie eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Ralf Kalich (DIE LINKE) an das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft ergab, ist auf Bundesebene bislang noch keine Entscheidung bezüglich der Übernahme von Waldflächen im Rodacher Grund bei Wurzbach getroffen worden.

Zur Erinnerung: Der Bund plant im Zuge der 4. Tranche des Nationalen Naturerbes die von einer Fichtenmonokultur geprägten Flächen (1.436 ha) aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu entlassen. Dagegen formierte sich Ende vergangenen Jahren aus verschiedenen Gründen Unmut. Eine Petition im Bundestag fordert die Herausnahme der Fläche aus dem Nationalen Naturerbes (siehe z. B. laufende Petition E-504/19). Denn die geplante (forstwirtschaftliche) Waldstillegung – die eine naturbelassene Vegetation begünstigen soll – sorgte in Mitten einer Zeit des Waldsterbens für Kopfschütteln. Ohne Bewirtschaftung sei der Wald verloren.

Die Thüringer Landesforstanstalt hatte bereits 2018 Interesse an der Übernahme des Waldobjektes beim Bundesumweltministerium signalisiert, welch sich in der Verwaltung der BVVG. Mit Blick auf die Bedrohungslage für Fichtenmonokulturen wird ein Flächentausch vorgeschlagen. „Die ThüringenForst-[Anstalt des öffentlichen Rechts] wäre bereit und in der Lage, die Flächen mit naturschutzfachlich ebenfalls interessanten Flächen zu tauschen, um dieses Risiko zu reduzieren. Vor diesem Tauschoptions-Hintergrund hat Herr Ministerpräsident Ramelow mit Schreiben vom 25.03.2019 an Frau Bundesumweltministerin Schulze die Bewerbung von ThüringenForst unterstützt.“, heißt es in dem Schreiben des Ministeriums, das MdL Ralf Kalich vorliegt.

Das Umweltministerium präferiert jedoch aus Gründen der hohen Bedeutung für den Vogelschutz den Vorschlag der Gemeinde Wurzbach in den kommenden Dekaden einen intensiven Waldumbau vorzunehmen. Das ist auch sehr kostenintensiv für den dortigen kommunalen Haushalt, wird sich aber mittelfristig positiv für das Waldgebiet als Ökosystem auswirken und langfristig den kommenden Generationen zum Nutzen sein. So heißt es: „Mit Schreiben vom 26.08.2019 an Frau Bundesumweltministerin Schulze hat Frau Ministerin Siegesmund infolgedessen die Bewerbung der Stadt Wurzbach, Flächenempfänger zu werden, unterstützt. Die Idee ist, dass vor einer Nutzungsaufgabe ein langfristiger Waldumbau erfolgt.“

MdL Ralf Kalich merkt an, dass die Übertragung der Flächen an den Thüringen Forst mit einer vertraglich festgelegten Verpflichtung zum Tausch mit einen anderen naturschutzfachlich bewerteten Flächen, die wirtschaftliche Nutzung des Waldes, und dem planmäßigen Umbau der Flächen mit resistenten Baumbeständen, besser gerecht wird. Er regt an, dass die beteiligten Seiten sich zusammenfinden und die bestmögliche Lösung angestrebt werden kann.

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