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Arbeitskampf und Personalpolitik im Krankenhaus Schleiz

OTZ-Berichterstattung zum Warnstreik und zur Personalpolitik der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH am Standort Schleiz.

OTZ, 27.11.2020 - Neuer Leitender Oberarzt hat Krankenhaus Schleiz schon wieder verlassen
  • Abdel Hakim Moharam trat seinen Dienst als Leitender Oberarzt in der Abteilung für Chirugie am Schleizer Krankenhaus erst am 1. November an - und verlässt die Klinik nun schon wieder. [...] Dem Vernehmen nach wurde dem Arzt nahegelegt zu gehen, eine Kündigung vonseiten der Krankenhausgeschäftsführung soll es nicht direkt gegeben haben.
  • Das ist jedoch nicht das einzige Problem der Abteilung für Chirurgie. Seit gut zwei Jahren gibt es keine Stationsleitung mehr für das Pflegepersonal. Zwar hatte sich eine Stationsleitung in der ersten Hälfte dieses Jahres beworben, allerdings kam es damals nicht zu einer Einigung bei den Gehaltsverhandlungen.
  • Der stellvertretende Stationsleiter befindet sich momentan im Krankenstand. Auch die Pflegedienstleitung des Krankenhauses ist aktuell aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Und selbst die nur inoffizielle Vertretung der Pflegedienstleitung ist krankgeschrieben.
  • [...] sieben Pflegeschüler des Schleizer Krankenhauses hatten [...] am vergangenen Freitag mit einem später Corona-positiv-Getesteten Kontakt.
OTZ, 26.11.2020 - Krankenhaus Schleiz: Stationsschließung offenbar aus Personalmangel
  • Der Grund für die Stationsschließung im Schleizer Krankenhaus beruht auf dem derzeitigen, vor allem krankheitsbedingten, Personalmangel. Mehrere Pflegekräfte seien durch psychische Erkrankungen aufgrund von Überlastung im Krankenstatus. Einige haben sich mit dem Coronavirus infiziert, wieder andere stehen als Kontaktpersonen von Infizierten unter Quarantäne.
OTZ, 24.11.2020 - Physiotherapie Schleiz soll nach Greiz wandern
  • Die Physiotherapie Schleiz wird ab 1. Januar 2021 in das Medizinische Versorgungszentrum Greiz (MVZ) eingegliedert.
  • Die Schleizer Physiotherapie solle „das Leistungsspektrum des Therapiezentrums“ im MVZ Greiz „erweitern“ [...] Der Schritt steht vor allem in Schleiz in der Kritik. Die Mitarbeiter der Schleizer Physiotherapie sollen vom MVZ übernommen werden. Bei dem für sie geplanten Betriebsübergang in das MVZ sollen die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen und Ähnliches unberührt bleiben. Allerdings nur, wenn sie dem Übergang zustimmen.
  • [...] Informationsschreiben der Geschäftsführung um Geschäftsführer Ralf Delker [...]: „Kündigungen sind im Zusammenhang mit dem Betriebsübergang nicht vorgesehen“, steht darin zwar, aber auch: „Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass im Falle des Widerspruchs gegen den Übergang Ihres Arbeitsverhältnisses in das MVZ keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr vorhanden ist und deshalb beabsichtigt ist, eine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen. Wir bitten Sie, diesen Umstand bei Ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.“
  • Wer also beispielsweise nicht bereit ist, den längeren Anfahrtsweg nach Greiz täglich auf sich zu nehmen oder dies schlichtweg nicht kann, wird nach diesem Bericht gezwungen, sich einen neuen Job zu suchen.
OTZ, 13.11.2020 - Chefarzt am Krankenhaus Schleiz plötzlich gekündigt
  • Der Betriebsrat soll zuvor nicht über den Schritt informiert worden sein. Weitere Fragen bleiben dabei offen.
  • [...] Unter anderem, wie die Unfallchirurgie in der Notaufnahme nun erfolgen solle oder ob dem Betriebsrat die außerordentliche Kündigung begründet wurde.
  • Aus Krankenhauskreisen ist zu vernehmen, dass der Betriebsrat über die plötzliche Kündigung des Chefarztes zuvor nicht informiert wurde. Zudem sei den Beschäftigten des Krankenhauses mitgeteilt worden, dass die Chirurgische Abteilung von Greiz aus unterstützt werden soll.
  • Aus weiteren Quellen ist zu erfahren, dass ein Facharzt aus Greiz nach Schleiz abgeordnet werde. Ebenso soll eine Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus Greiz bei weiteren Diensten wie der Rufbereitschaft und dem Hintergrunddienst erfolgen.
  • Zudem wurde den Mitarbeitern der Physiotherapie am Donnerstag mitgeteilt, dass sie in das Medizinische Versorgungszentrum integriert werden sollen. Würden die Beschäftigten gegen diesen Betriebsübergang widersprechen, würde das eine betriebsbedingte Kündigung nach sich ziehen [...]
OTZ, 16.11.2020 - Bei Widerspruch Kündigung: Neue Details zu Vorgängen am Schleizer Krankenhaus
  • Nach Aussagen der Krankenhausgeschäftsführung [...] wurde der Betriebsrat des Krankenhauses über die außerordentliche Kündigung des Chefarztes informiert. Wann diese Information erfolgte, wurde hingegen von der Krankenhausgeschäftsführung nicht genannt. Die Frage, ob dem Betriebsrat wie vorgeschrieben die Gründe der außerordentlichen Kündigung dargelegt wurden, ignorierte die Krankenhaus-Geschäftsführung.
  • Aus internen Quellen ist zu erfahren, dass der Krankenhaus-Betriebsrat erst am Freitag gegen 14 Uhr über die Kündigung des Chefarztes von der Krankenhausgeschäftsführung informiert wurde, ohne Angaben zu den Gründen der Kündigung. Die Kündigung hingegen sei am Donnerstag gegen 15.30 Uhr erfolgt. Dabei muss in einem solchen Fall der Betriebsrat eigentlich vor Ausspruch der Kündigung informiert und angehört werden.
  • Unmittelbar nach dem Ausspruch der Kündigung gegen den Chefarzt wurde diesem angewiesen, sein Büro unter Aufsicht auszuräumen. Zudem soll Lehmann ein Hausverbot erteilt worden sein. Lehmann werde nach eigenen Aussagen gegenüber dieser Zeitung rechtliche Schritte gegen die außerordentliche Kündigung einlegen.
  • Der Linken-Landtagsabgeordnete Ralf Kalich erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Rechtsstreits und hohe Abfindungszahlungen an gekündigte Ärzte einen deutlichen Anteil an der finanziellen Schieflage der Krankenhäuser in Greiz und Schleiz gehabt haben.[...]
  • Aus Krankenhauskreisen war zu erfahren, dass der Chefarzt Lehmann bis zum August dieses Jahres rund eine Viertelmillion Euro Einnahmen für das Schleizer Krankenhaus generiert habe.
  • Die Beschäftigten der Physiotherapie des Schleizer Krankenhauses stehen unterdessen vor der Entscheidung zum Medizinischen Versorgungszentrum der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH (MVZ) zu wechseln oder ihre Arbeit zu verlieren.
  • Bei dem von der Schleizer-Krankenhausgeschäftsführung geplanten Betriebsübergang in das MVZ bleiben die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen und Ähnliches unberührt. Die Beschäftigten könnten lediglich nun auch in Greiz ihrer Arbeit nachgehen, was einen längeren Anfahrtsweg zur Arbeitsstätte bedeuten könnte.
  • Die Physiotherapie im Schleizer Krankenhaus soll lange Zeit gut gewirtschaftet haben. Alleine durch die ambulanten Termine, welche die Physiotherapie vergab, sollen sich die Personalkosten amortisiert haben. Die Ambulante Physiotherapie wurde jedoch von der Krankenhaus-Geschäftsführung eingestellt.
  • Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH, der Kreiskrankenhaus Schleiz Gmbh sowie der Medizinischen Versorgungszentrum der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH (MVZ) ist in Personalunion Ralf Delker.
OTZ, 16.11.2020 - Verdi ruft erneut zum Warnstreik für das Krankenhaus Schleiz auf
  • Der Arbeitskreis „Krankenhaus Schleiz muss bleiben“ protestiert angesichts der jüngsten Vorfälle. Die Gewerkschaft hofft auf Sondierungsgespräche durch den Landkreis.
  • „Die Umstände, wie Mitarbeiter herum geschupst werden, sind skandalös“, heißt es. Daher ruft der Arbeitskreis alle Bürger auf, für den Erhalt des Krankenhauses Schleiz zu demonstrieren.
  • Außerdem fordert der Arbeitskreis von der Landesregierung, keine Fördergelder für ein geplantes Pflegeheim im Haus C des Krankenhauses Schleiz zu bewilligen. „Denn wir benötigen weiterhin ein Krankenhaus mit Grund- und Regelversorgung“, sagt Hartmut Jacobi.
  • Auch die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) hat angesichts der Nachrichten über eine drohende Insolvenz reagiert. Aus dieser Schieflage könnten „auch Chancen erwachsen, um neue Perspektiven für die Beschäftigten und die Gesundheitsversorgung in Schleiz zu schaffen“, sagt Gewerkschaftssekretär Philipp Motzke, zuständig für den Bereich Gesundheit. Wenn der Landkreis Greiz für die Kreiskrankenhaus Schleiz GmbH Insolvenz anmelden würde, müsse der Versorgungsauftrag über den Saale-Orla-Kreis erfüllt werden.
  • „Wir hoffen, dass sich der Landkreis auf dieses Szenario vorbereitet und Gespräche über eine mögliche Übernahme führt. Es muss aber ein Partner sein, der ein Interesse daran hat, die Grund- und Regelversorgung für Schleiz wiederherzustellen und auszubauen. Das Schlimmste, was jetzt passieren könnte, ist, dass nichts passiert“, sagt Motzke.

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